Wiederaufbau der nationalsozialistischen Wirtschaft

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Ein NS-Plakat zur Förderung von Arbeitsprogrammen

Ein offensichtlicher Erfolg der nationalsozialistischen Herrschaft war die wirtschaftliche Erholung. Hitler und seiner Kohorte zufolge würde der wirtschaftliche Aufschwung der Nazis die Arbeitslosigkeit beenden und den deutschen Wohlstand wiederherstellen. Viele der wirtschaftlichen Erfolge des NS-Regimes wurden durch riesige Ausgabenprogramme für öffentliche Arbeiten und Beschäftigungsprogramme sowie durch den Ausbau und die Aufrüstung des Militärs ausgelöst.

Faschistische Wirtschaft

Die ökonomischen Wirtschaftstheorien wurden größtenteils vom Faschismus abgeleitet. In der faschistischen Wirtschaft werden Ressourcen und Produktion zum Wohle des Staates verwaltet, anstatt Profit, Löhne oder Lebensstandard zu steigern.

Faschistische Regierungen kontrollieren Produktion und Produktion und bestimmen, was zu welchen Zwecken produziert wird. Es gibt auch eine beträchtliche staatliche Kontrolle über die Zuweisung von Ressourcen wie Land und Rohstoffen. Im Gegensatz zum Sozialismus ist der Faschismus nicht gegen das Privateigentum an Kapital, vorausgesetzt, die Unternehmer sind kooperativ und unterwerfen sich der staatlichen Kontrolle oder Leitung.

In faschistischen Wirtschaftssystemen wie Mussolinis Italien wird die Wirtschaft als Partnerschaft zwischen dem Staat und privaten Unternehmen angesehen. Der Faschismus ist gewerkschaftsfeindlich und fordert, dass die Arbeiter die Interessen des Staates vor ihre eigenen kleinen Bedürfnisse stellen sollten. Faschisten fördern eher die Autarkie (wirtschaftliche Selbstversorgung) als den Außenhandel.

Hitlers Ansichten

Adolf Hitler selbst interessierte sich nicht besonders für die Wirtschaftstheorie. Seine Reden der 1920er Jahre enthielten nur wenige Hinweise auf die Wirtschaftspolitik, abgesehen von vagen Aussagen über die Einstellung von Reparationszahlungen und die Wiederherstellung der deutschen Industrie.

Nach seiner Machtübernahme spielte Hitler kaum eine Rolle bei der Formulierung der Wirtschaftspolitik oder trug zur wirtschaftlichen Erholung bei. Stattdessen stützte er sich auf eine Gruppe enger Berater, um eine Politik zu entwickeln, die seinen allgemeinen Zielen entsprach. Einige dieser Berater waren Nazis, andere Sympathisanten.

Ein bedeutender Berater war Hjalmar Schacht, ehemaliges Mitglied der Deutschen Demokratischen Partei (DDP) und Präsident der Reichsbank in den späten 1920er Jahren. Ein anderer war Robert Ley, der für die Deutsche Arbeitsfront (DAF), die die deutsche Belegschaft koordinierte. Zusammen haben diese Männer wirtschaftliche Maßnahmen ergriffen, die beeindruckende Ergebnisse erzielten - zumindest an der Oberfläche.

Arbeitslosigkeit beenden

Im Zentrum des "deutschen Wirtschaftswunders", wie Hitler es beschrieb, standen Arbeitsprogramme und Aufrüstung. Die erste Priorität der Nazis war die Reduzierung oder Beseitigung der Arbeitslosigkeit. Sie taten dies, indem sie massive öffentliche Bauprogramme initiierten.

Im Juli 1934 bildete die Regierung die Reichsarbeitsdienst (der RAD oder "National Labour Service"). Die RAD griff die Arbeitslosigkeit an, indem sie arbeitslose Deutsche in riesige Arbeitsteams einberief. RAD-Arbeiter erhielten eine Armbinde, eine Schaufel und ein Fahrrad, die dann dorthin geschickt wurden, wo öffentliche Arbeiten, Bauarbeiten, Räumungen oder landwirtschaftliche Arbeitskräfte erforderlich waren.

Eines der frühesten RAD-Programme war der Bau von massiven Autobahnen: Hunderte von Kilometern Autobahn zwischen den deutschen Großstädten. Das Autobahnen Die deutsche Automobilindustrie profitierte davon, dass sie seit Mitte des 1930 erfolgreich war. In 1937 gründete Hitler das staatlich geförderte Unternehmen Volkswagen, um billige Autos für deutsche Familien herzustellen.

Öffentliche Bauarbeiten

RAD und DAF organisierten große öffentliche Bauprojekte, insbesondere im Baugewerbe. Bis 1936 waren zwei Millionen Deutsche in der Bauindustrie tätig, fast dreimal so viele wie Hitler 1933 Kanzler wurde. Mit diesen Projekten wurden viele öffentliche Gebäude Berlins wieder aufgebaut oder renoviert.

Bis 1936 gab es in Deutschland mehr oder weniger Vollbeschäftigung - obwohl die Nazis diese Statistiken erwartungsgemäß manipulierten, um den Anschein einer sich verbessernden Wirtschaft zu erwecken.

Frauen und politische Gegner wurden beispielsweise in den Arbeitslosenzahlen nicht berücksichtigt. Auch deutsche Juden, von denen viele von ihrem Beruf ausgeschlossen worden waren, waren es nicht.

Wiederbewaffnung

Ein weiterer wichtiger Faktor für das deutsche Wirtschaftswachstum war die Wiederaufrüstung. Nach seiner Machtübernahme initiierte Hitler Programme zur Aufrüstung und Erweiterung der Reichswehr gegen den Vertrag von Versailles. Er gab neue Schlachtschiffe und U-Boote in Auftrag und beauftragte Hermann Göring mit dem Bau eines neuen Luftwaffe (Luftwaffe). In 1935 bestellte Hitler die Reichswehr wiedergebildet werden als Wehrmacht. Er führte die Wehrpflicht ein und vergrößerte die Armee auf 550,000 Mann.

Die Wiederbewaffnung wurde für das NS-Regime zu einer volkswirtschaftlichen Priorität - das Ziel war jedoch problematisch, da die deutsche Industrie stark auf importierte Rohstoffe angewiesen war.

1936 kündigte Hitler auf dem Nürnberger Parteitag ein neues Wirtschaftsprogramm mit dem Namen Vierjahresplan an. "Deutschland muss bei allen Rohstoffen, die durch deutsche Kenntnisse, durch unsere Chemie, durch unsere mechanische Industrie und durch unsere Minen hergestellt werden können, eine vollständige Unabhängigkeit vom Ausland erreichen", sagte Hitler gegenüber den Parteidelegierten.

Dieser Vierjahresplan war auch eine geheime Herausforderung für die Wirtschaftsmanager der Nazis Aufrustung (der Codename für Wiederaufrüstung und Kriegsvorbereitungen). Der stellvertretende Vorsitzende Herman Göring wurde von Hitler damit beauftragt, dies zu überwachen.

Innovationen und Alternativen

Die deutsche Wirtschaft hat sich in dieser Zeit erheblich verändert. Öl- und Kohleraffinerien wurden gebaut; Ebenso Fabriken zum Recycling, Raffinieren und Schmelzen von Stahl und Aluminium. Wissenschaftler entwickelten synthetische oder künstliche Ersatzstoffe für Materialien und Waren, die Deutschland nicht selbst herstellen konnte. Eine der erfolgreichsten davon war eine Technik zur Synthese von Benzin aus Kohle.

Für den Verbrauchermarkt wurden sogar Alternativen geschaffen, um die Importe zu reduzieren. Bekannt als ersatz Waren, darunter Ersatz für Baumwolle, Gummi und Heizöl. Kaffee wurde aus gemahlenen gerösteten Eicheln hergestellt; Minze und Himbeerblätter wurden verwendet, um Tee zu machen.

Trotz dieser Veränderungen war die Nation noch lange nicht autark. Bis 1939 importierte Deutschland noch 33 Prozent seiner Rohstoffe und 20 Prozent seiner Lebensmittel. Dennoch war genug getan worden, um die Ausweitung des deutschen Militärs und seine teilweise Aufrüstung zu erleichtern. Die Waffenausgaben verdoppelten sich in nur einem Jahr, als Göring die Umrüstung von Fabriken zur Herstellung von Waffen, Munition, Fahrzeugen und anderer militärischer Ausrüstung anordnete.

Die Ansicht eines Historikers:
„Die Ideologie spielte in Hitlers Wirtschaftspolitik eine untergeordnete Rolle. Aus Gründen der Zweckmäßigkeit versuchte Hitler nicht, die Wirtschaft zu nazifizieren. Stattdessen überließ er den tatsächlichen Betrieb der Wirtschaft Experten aus Wirtschaft und Industrie, während er eine große Kontrolle von oben einführte, um die Zusammenarbeit und die Einhaltung seiner wirtschaftlichen Ziele zu erzwingen. Solange sie zusammenarbeiteten, profitierten Großunternehmen und Industrie von dieser Beziehung. Im Wesentlichen war die deutsche Wirtschaft unter Hitler weder völlig frei noch völlig kontrolliert. “
Joseph Bendersky, Historiker

Nazi-Wirtschaft

1. Hitler spielte bei der wirtschaftlichen Erholung Deutschlands nur eine untergeordnete Rolle. Er hatte wenig Interesse an Wirtschaftspolitik und stützte sich stattdessen auf Berater und Bürokraten.

2. Beschäftigung und Wiederbewaffnung waren die beiden Rückgrate dieser wirtschaftlichen Erholung. Die Nazis gingen auf das erste Problem ein, indem sie große öffentliche Bauprogramme erstellten, wie z Autobahnen, um die Arbeitslosigkeit zu reduzieren.

3. Hitler ordnete auch die Ausweitung und Wiederbewaffnung des Militärs, den Bau von Schlachtschiffen und U-Booten und die Schaffung einer Luftwaffe an, alles gegen den Vertrag von Versailles.

4. Die deutsche Industrie war weiterhin auf importierte Rohstoffe angewiesen. Der Versuch, Deutschland autark zu machen und seine Abhängigkeit von Importen zu beenden, war nur teilweise erfolgreich.

5. 1936 ordnete Hitler einen Vierjahresplan an, der von Herman Göring überwacht wurde, um die Produktion weiter zu militarisieren und sich auf den Krieg vorzubereiten.

Zitierinformation
Titel: "Die wirtschaftliche Erholung der Nazis"
Autoren: Jennifer Llewellyn, Jim Southey, Steve Thompson
Herausgeber: Alpha-Geschichte
URL: https://alphahistory.com/nazigermany/nazi-economic-recovery/
Veröffentlichungsdatum: July 16, 2020
Datum zugegriffen: 08. Mai 2021
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