Margaret Thatcher

Margaret Thatcher (1925-2013), manchmal auch als Maggie Thatcher bezeichnet, war zwischen Mai 1979 und November 1990 Premierminister von Großbritannien. Zusammen mit Ronald Reagan und Michail Gorbatschow war sie eine bedeutende Persönlichkeit in den letzten Jahren des Kalten Krieges.

Margaret Thatcher

Thatcher wurde als Margaret Roberts in einer kleinbürgerlichen Familie in Grantham, Lincolnshire, geboren. Ihre Eltern waren beide fromme Methodisten, ihr Vater ein Lebensmittelhändler und ihre Mutter eine Näherin. Roberts war eine herausragende Schülerin der High School und erhielt Stipendien für Oxford, wo sie einen Abschluss in Chemie machte. Während seiner Zeit in Oxford war Roberts auch in der Studentenpolitik tätig und war Präsident der Conservative Association der Universität.

Roberts arbeitete mehrere Jahre als Chemiker und nahm an konservativen politischen Gruppen teil. Sie trat als Kandidatin bei den Wahlen 1950 und 1951 an und verlor knapp, obwohl sie eine junge Frau war, die auf sicheren Labour-Sitzen saß. 1951 lernte Roberts den Geschäftsmann Denis Thatcher kennen, heiratete ihn und nahm seinen Nachnamen an.

Frau Thatcher wurde 1959 in das Parlament gewählt und vertrat den Londoner Sitz von Finchley. Als eine von nur 25 Frauen im britischen Parlament erregte sie beträchtliche Aufmerksamkeit in den Medien. 1961 wurde Thatcher auf die vordere Bank befördert und erhielt die Verantwortung für die Renten. 1970 trat sie als Staatssekretärin für Bildung und Wissenschaft in die Regierung von Edward Heath ein. 

Fünf Jahre später besiegte Thatcher Heath in einer Abstimmung, um der Führer der konservativen Partei in der Opposition zu werden. In den 1970er Jahren machte sich Thatcher einen Namen als gelehrte, energische und manchmal antagonistische Rednerin, sowohl innerhalb des Parlaments als auch im öffentlichen Forum. Ihre Lieblingsziele waren die Labour Party, die mächtigen Gewerkschaften Großbritanniens und die Sowjetunion, von der sie einst behauptete, sie sei "auf Weltherrschaft ausgerichtet". Ihre strenge und kompromisslose öffentliche Rolle führte eine sowjetische Zeitung dazu, sie die "Eiserne Dame" zu nennen.

Margaret Thatcher
Thatcher und Reagan bei einem ihrer Besuche in den Vereinigten Staaten

Thatcher wurde Premierminister, nachdem sie im Mai 1979 eine Parlamentswahl gewonnen hatte. Im Inland unternahm ihre Regierung umfassende Wirtschaftsreformen wie die Senkung der Steuern, die Untergrabung der Macht der Gewerkschaften und die Privatisierung von Minen und Schwerindustrien. In der Außenpolitik stimmte Thatchers ausgesprochene Kritik am Kommunismus mit der des Präsidenten der Vereinigten Staaten überein Ronald Reagan, die ihre Freundin und engste Verbündete wurde.

Die Regierung von Thatcher erhöhte die Verteidigungsausgaben und erhöhte das britische Atomarsenal um fast 200 Prozent. Sie erlaubte den USA auch, Dutzende nuklearer Marschflugkörper auf einem Luftwaffenstützpunkt in Berkshire zu installieren, was lange und heftige Proteste gegen Atomwaffen auslöste. 1982 befahl Thatcher den britischen See- und Amphibienkräften, in den Südatlantik einzudringen, um die Falklandinseln von einer argentinischen Invasion zu befreien, einem Konflikt, der nicht direkt mit dem Kalten Krieg zusammenhängt. 

Trotz ihrer harten Haltung war Thatcher bereit, sich mit kommunistischen Führern in Verbindung zu setzen und mit ihnen in Kontakt zu treten. In 1982 besuchte sie als erste britische Premierministerin die Volksrepublik China. Sie traf den zukünftigen sowjetischen Führer Michael Gorbatschow 1984 schrieb sie später, dass sie ihn in guter Gesellschaft gefunden habe: „Ein Mann, mit dem ich Geschäfte machen konnte“. Thatcher besuchte Moskau 1987 und akzeptierte Gorbatschows geplante Reformen mit gutem Glauben und Ermutigung.

Zu Hause wegen ihrer strengen Innenpolitik unbeliebt, verlor Thatcher nach und nach die Unterstützung ihrer Partei. Sie war gezwungen, ihr Amt als Premierministerin bei 1990 niederzulegen. Thatcher zog sich in 1992 aus der Politik zurück und gab nur gelegentlich öffentliche Äußerungen und Auftritte ab.

2004 reiste Thatcher nach Kalifornien, um an der Beerdigung ihres Partners aus dem Kalten Krieg, Ronald Reagan, teilzunehmen. Sie litt in ihren letzten Jahren unter schlechter Gesundheit und Demenz, die meisten davon in Abgeschiedenheit und Pflege. Margaret Thatcher starb im April 2013 und erhielt eine staatliche Beerdigung.

Quellen des Kalten Krieges

Margaret Thatcher: "Großbritannien wach" (Januar 1976)
Margaret Thatcher über die anglo-sowjetischen Beziehungen (Oktober 1979)
Thatcher erinnert sich an ihr erstes Treffen mit Michail Gorbatschow (Dezember 1984)

Zitierinformation
Titel: "Margaret Thatcher"
Autoren: Jennifer Llewellyn, Steve Thompson
Herausgeber: Alpha-Geschichte
URL: https://alphahistory.com/coldwar/margaret-thatcher/
Veröffentlichungsdatum: 14. Oktober 2018
Datum zugegriffen: 21. September 2021
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