Weimarer Kommunistische Parteien (KPD und USPD)

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Ein USPD-Kampagnenplakat, das den Aufbau des Sozialismus zeigt

Abteilungen in den Reihen der Sozialdemokratische Partei (SPD) führte zur Bildung von zwei radikaleren linken Parteien: der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlandoder USPD) und der Kommunistischen Partei Deutschlands (Kommunistische Partei Deutschlandsoder KPD). Beide Parteien wurden 1917 aus Protest gegen die fortgesetzte Unterstützung der SPD für die deutschen Kriegsanstrengungen gegründet. Die USPD war vergleichsweise kurzlebig und dauerte bis 1922. Der Bruch zwischen SPD und KPD würde bis zu den letzten Tagen der Weimarer Republik andauern.

Hugo Haase und die USPD

Der Gründer und erste Führer der USPD war Hugo Hase, ein jüdischer Anwalt, der vor dem Krieg Vorsitzender der SPD gewesen war.

Im April 1917 trennten sich Haase und mehrere gleichgesinnte Kollegen von der SPD, um ihre eigene Antikriegskampagne zu starten. Sie organisierten Massenstreiks, hauptsächlich um gegen Nahrungsmittelknappheit und das Kommandieren ziviler Notwendigkeiten durch das Militär zu protestieren.

Die starke Haltung der USDP gegen den Krieg, die kaiserliche Regierung und die Mainstream-SPD hat ihr viele Anhänger eingebracht. Die USPD-Position war, dass die Führer der SPD die sozialistischen Werte der Partei durch Zugeständnisse an die Partei "ausverkauft" hatten Kaiser und seine Regierung.

Annäherung

Das Ende von Erster Weltkrieg bewirkte eine vorübergehende Lockerung der Feindseligkeiten zwischen der USPD und der SPD. Die beiden Gruppen einigten sich darauf, gemeinsam an den Vorbereitungen für eine künftige Nationalversammlung zu arbeiten. Ihre Führer, Haase und Friedrich Ebert, saßen beide in einem "Rat der Volksabgeordneten".

Sechs Wochen später trennte sich die USPD erneut von der SPD, diesmal wegen der Untätigkeit der SPD Reichswehr und Freikorps Straßengewalt.

Die frustrierte USPD beschloss, es als parlamentarische Partei alleine zu machen. Bei den ersten beiden Weimarer Bundestagswahlen wurden Kandidaten aufgestellt, die 22 gewannen Reichstag Sitze im Januar 1919 und 84 Sitze im Juni 1920. Dieses letztere Ergebnis machte es zur zweitgrößten Partei in der Reichstag nach der SPD.

Der Mord an Haase löste interne Spaltungen innerhalb der USPD aus, die es der KPD ermöglichten, sie als Deutschlands größte linke Partei zu überholen. Die USPD-Mitgliedschaft schrumpfte und 1922 wurde der größte Teil der Partei wieder in die SPD aufgenommen.

Von Spartakisten zu Kommunisten

Spartakusbund Poster
A Spartakusbund oder KPD Wahlplakat von 1919

Die KPD wurde Ende Dezember 1918 von der Spartacist League gegründet. Die KPD-Plattform forderte zunächst eine sozialistische Revolution nach bolschewistischen Maßstäben: Klassenbewusstsein, Organisation der Arbeiterklasse, bewaffnete Revolution und eine "Diktatur des Proletariats".

Der gescheiterte Aufstand im Januar 1919 in Berlin, zusammen mit dem Tod von Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg und mehrere andere Führer zwangen die KPD, sich als funktionierende parlamentarische Partei neu zu erfinden.

Die KPD stellte bei den Wahlen 1920 Kandidaten auf, gewann jedoch nur zwei Prozent der Stimmen und nur vier Reichstag Sitze.

Eine Veränderung des Glücks

Das Schicksal der KPD änderte sich Ende 1920 aus zwei Gründen. Erstens stand die Partei unter der Leitung der Kommunistischen Internationale (oder Komintern) in Moskau, die taktische und organisatorische Ratschläge gab.

Zweitens schickte eine Spaltung in den Reihen der USPD rund 300,000 Mitglieder ihres linken Flügels, um sich der KPD anzuschließen. Dies erhöhte den potenziellen Stimmenanteil der KPD auf bis zu 10 Prozent.

Im Dezember 1924 gewann die KPD 62 Reichstag Sitze, meist auf Kosten der SPD. Das Große Depression und seine Auswirkungen auf Deutschland führten dazu, dass sich das Wahlvermögen der KPD weiter verbesserte, ein Anstieg, der den Aufstieg der KPD widerspiegelte Nationalsozialisten (NSDAP).

Im September 1930 kehrten die Kommunisten 77 zurück Reichstag Sitze. Bei den beiden Wahlen im Jahr 1932 stieg diese Zahl auf 89 Sitze (Juli) und dann auf 100 Sitze (November).

Wie die Nazis war die KPD eine obstruktive Partei ohne Verpflichtung gegenüber der Republik und ohne Bereitschaft, die Regierung zu unterstützen. Die Rhetorik- und Propagandakampagne der Partei gegen die Weimarer VerfassungDemokratie und Kapitalismus haben nur dazu beigetragen, die öffentliche Moral zu senken und die Wähler von den Mainstream-Parteien zu vertreiben.

1. 1917 trennten sich zwei Fraktionsgruppen aufgrund der ideologischen Spaltungen über die Unterstützung des Krieges von der Sozialdemokratischen Partei (SPD).

2. Die USPD war die gemäßigtere von beiden. Unter dem Führer Hugo Haase nahm sie eine starke Antikriegshaltung ein, unterstützte aber weiterhin die Weimarer Republik.

3. Die radikalere und revolutionärere KPD wurde aus den Ruinen der Spartakisten nach ihrem gescheiterten Aufstand im Januar 1919 gebildet.

4. Bis 1922 hatte sich die USPD gespalten und rund 300,000 ihrer Mitglieder waren zur KPD übergelaufen. Dies steigerte die Wahlaussichten in der Reichstag.

5. Aufgrund der wirtschaftlichen Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise stieg die Unterstützung der Wähler für die KPD neben der der Nationalsozialisten oder der NSDAP erheblich an.

Zitierinformation
Titel: "Weimarer kommunistische Parteien (KPD und USPD)"
Autoren: Jennifer Llewellyn, Steve Thompson
Herausgeber: Alpha-Geschichte
URL: https://alphahistory.com/weimarrepublic/weimar-communist-parties-kpd-uspd/
Veröffentlichungsdatum: 22. September 2019
Datum zugegriffen: Heutiges Datum
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